ANIMAL SAPIENS

Faszinierende Studien zur Intelligenz und Psychologie von Tieren lassen sich links erkunden,
sie sind in verschiedene Navigationspunkte gegliedert.

Im Kontakt mit der Wirklichkeit muss ein Tier viel leisten - es muss sich zurechtfinden, den Fluß von Informationen von Außen aufnehmen und deuten, auf Ereignisse reagieren, Entscheidungen treffen, sich an Situationen und Begegnungen mit Artgenossen und anderen Tieren erinnern.

Ein zielgerichtetes, erfolgreiches Verhalten erfordert bestimmte kognitive Leistungen, z.B. das Erkennen von Ursache und Wirkung. Außerdem muss eine emotionale Motivation hinzu kommen, die ein Tier zum Handeln bewegt. Was einem Tier gut tut, bedeutet Wohlsein und deshalb sucht das Tier diese Situationen. Was dagegen schlecht ist, bedeutet Angst oder Schmerz.


Ein einfaches Beispiel, welches viele Fähigkeiten im Zusammenspiel demonstriert ist dieses: Unser Hund sucht die warmen Sonnenflecken und genießt es, wenn die Sonne im Schlaf seinen Körper warm hält, doch meidet er die Sonne, wenn sie ihm unangenehm heiß wird und ihm schadet. In der Hitze des Sommers entscheidet er sich, alleine die Treppe hinunter in den Keller zu gehen, denn er hat beobachtet, dass es dort kühl ist, hat es sich gemerkt und sucht den wohltuend kühlen Raum, weil er weiß, dass er sich dort besser fühlt. Er handelt hier zielorientiert, situationsbezogen und entscheidet allein auf der Basis seiner Erinnerung, welche er benutzt, um vergleichen zu können und trifft die Schlußfolgerung, dass der Kellerraum der beste Aufenhaltsort ist.


Zeugnisse von Intelligenz

Auch wenn man in die Gedankenwelt eines Tieres nicht hineinblicken kann und sein Bewusstsein genauso wenig sichtbar machen kann wie das Bewusstsein eines Menschen, so ist man nicht auf bloße Spekulation angewiesen. Die Intelligenz der Tiere tritt in ihrem Verhalten deutlich hervor und lässt sich analysieren. Viele Verhaltensweisen sind schlicht unmöglich ohne entsprechende kognitive Ausstattung.
Auf dieser Seite sind zahlreiche Beispiele zusammengefasst, die die Intelligenz und Gefühlswelt
von Tieren einerseits in Alltagssituationen zeigen, welche viele Menschen schon selbst erlebt haben. Die Fähigkeiten, welche sich darin offenbaren, sind bemerkenswert. Außerdem werden wissenschaftliche Analysen angeführt, die gezielt bestimmten kognitiven und kommunkativen Fähigkeiten von Tieren nachforschen.
Anliegen

Viele Menschen, die ein Tier näher kennengelernt haben, lernen dieses bewusste Individuum schätzen. Wie selbstverständlich können sie erkennen, wie dieses intelligente, vertraute Tier seinen Bedürfnissen Folge leistet, seine Vorlieben auslebt und sich gegen Ungewolltes wehrt. Egal ob es ein Vogel oder ein Säugetiere ist, es lassen sich deutliche Abneigungen und Feindschaften gegenüber bestimmten Artgenossen oder Menschen beobachten, die sich oft durch ein einziges Ereignis eingeprägt haben. Genauso lassen sich Freundschaften und Liebe erleben, welche manchmal bei der ersten Begegnung entstehen, während andere sich langsam entwickeln und steigern. Die Gefühle des Tieres sind nachfühlbar und seine Handlungen verständlich, weil sie denen des Menschen ähneln.


Jedoch gibt es verschiedene Gruppen von Menschen, die dem skeptisch gegenüberstehen. Sie halten die Übertragung von menschlichen Gefühlen auf tierische Gefühle für eine naive Fehlinterpretation, welche nichts mit der Realität zu tun hat. Einige sprechen den Tieren, die Fähigkeit ab, überhaupt zu fühlen, während andere zwar die tierischen Emotionen als wissenschaftlich erwiesen anerkennen, aber den Tieren ein Bewusstsein und eine Intelligenz absprechen. Die Beschreibung von komplexeren Gefühlen wie Liebe und Freundschaft wird nur mit Vorsicht verwendet und von einigen Wissenschaftlern irrational-aggressiv angegriffen. Unter anderem wird abgestritten, dass außer den Menschen auch andere Tiere fähig wären, zu denken. Stattdessen könnten sie nur instinktiv handeln. Außerdem kursiert die gefährliche Behauptung, Tiere besäßen kein Erinnerungsvermögen und würden ausschließlich im Moment leben.

Diese Behauptungen dienen u.a. heute immernoch als Rechtfertigung, um Tiere zu missbrauchen. Im Gesellschaftskonsenz wird es für akzeptabel gehalten, Tiere einzusperren und sie schließlich zu verfrachten, um sie zu töten. Nur weil Tiere in ihrem Denken und Fühlen als dem Menschen minderwertig eingestuft werden, kann der Mensch das Misshandeln von Tieren mit seinem Anspruch vereinbaren, ein moralisches Wesen zu sein. Obwohl in der direkten Konfrontation viele Menschen bedauern, dass Tiere ihretwegen getötet werden, so ist es doch Fakt, dass allein in Deutschland jährlich für den menschlichen Konsum über 500 MILLIONEN TIERE GETÖTET werden. Es handelt sich hier um eine Massenvernichtung unvollstellbaren Ausmaßes, welche in großer Grausamkeit vollzogen wird. Die Tierschutzgesetze schützen die Tiere nicht einmal annäherungsweise vor den Leiden, die sie als "Objekte" der Nahrungsmittelproduktion erdulden müssen..
Hinterfragung

Tut man diesen Wesen solche Taten in unserer Gesellschaft täglich im Akkord an, so genügt es wahrhaftig nicht, aus einer angeblich objektivierten Warte zu behaupten, die Gefühle der Tiere seien zu vernachlässigen, weil sie
angeblich nicht dieselbe Qualität wie die Gefühle der Menschen hätten. Ihr Mangel an Intelligenz und Bewusstsein
würde es erlauben, sie nach agrar-industriellen Standards zu behandeln und auszuschlachten.

Doch diese Haltung ist alles andere als objektiv oder wissenschaftlich. Sie missachtet vollkommen die empirischen Fakten. Sie ignoriert die Gefühlsäußerungen der Tiere wie beispielsweise die Angst und Schmerzensschreie der Schweine, ihre verzweifelten Unternehmungen zu flüchten, die Rufe der Kühe nach ihren Kälbern etc.

Sie ignoriert die MESSBAREN Streß- und Angstbotenstoffe der Tiere, die Aktivierung des Schmerzzentrums im Gehirn, die erhöhten Pulsraten eines verängstigten Tieres etc. Genauso ignoriert sie die Ausschüttung von Glückshormonen, welche ein Tier in Gegenwart eines geliebten Partners empfindet.
Sie nimmt keine Notiz von den QUANTIFIZIERBAREN Verhaltensweisen, welche von den Wünschen der Tiere zeugen wie z.B. ihr systematisches Meideverhalten von schrecklichen Situationen oder ihr Suchen nach beglückenden Momenten.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist es vielmehr begründet, die Verbundenheit des Menschen mit den anderen
Wirbeltieren hervorzuheben. Sowohl biochemisch, als auch anatomisch, als auch genetisch ist die Nähe
zu den anderen Tieren ausgeprägt. Jedes Tiergehirn ist aus Neuronen, Glialzellen und Synapsen aufgebaut und alle Säugetiere besitzen einen Palaeocortex, Archicortex und Neocortex. Sie erzeugen bei uns und anderen Tieren unter anderem ein Wahrneh­mungs-, Aufmerksamkeits- und Emotionsbewusstsein.

(Vgl. u.a. Gerhard Roth: "Fühlen , Denken, Handeln", Frankfurt: Suhrkamp 2001).

Eine gemeinsame evolutionäre Grundlage verbindet alle Wirbeltiere und diese befähigt sie zum Fühlen und zu Denkprozessen. Die Kognition der Wirbeltiere ist hochentwickelt und der Mensch hat in der kurzen Phase seiner genetischen Entwicklung diese evolutionären Errungenschaften nur modifiziert und ergänzt.
Die Organisation der Synapsen ist hunderte von Millionen Jahre älter als die Spezies Homo Sapiens und die Fähigkeit zum Verarbeiten, Speichern und Korrellieren von Informationen ist ein Wirbeltiererbe, welches einen Bausatz bildet, der die Grundlagen zu einfachen Denkoperationen eröffnet und sich aber auch zu komplexen Denkprozessen elaborieren lässt, wie sie der Mensch zu beherrschen gelernt hat.

Isoliert man allerdings einen Menschen und macht ihn zu einem "Wolfskind" (feral child), dann benimmt sich dieser Mensch nicht anders als ein anderes Wildtier und seine Intelligenz, seine Entwicklungsfähigkeit und sein Empfinden lassen sich mangels geteilter Sprache nur so begrenzt und äußerlich erkennen wie bei einem artfremden Wirbeltier.
Umso wichtiger ist es, die Fähigkeiten und Gefühle anderer anzuerkennen und Rücksicht auf diese zu nehmen.

Auf diesen Internetseiten finden sie Verweise auf einige von unzähligen Studien der Forschung, welche sich mit der Lernfähigkeit, Psychologie und den kognitiven Fähigkeiten von Tieren auseinandersetzen.
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